Wir erwachen auf einem Kiesparkplatz in Italien nahe Brixen. Es ist ein kleiner Stellplatz. Als ich das erst mal wach werde, ist es kurz nach 5 Uhr. Ein Laster ist auf den Platz gefahren und scheint etwas auf- oder abzuladen. Es wird drei mal laut auf Metall geschlagen aber die Große schläft selig neben mir weiter. Als ich wieder aufwache ist es 8:30 Uhr und kurz darauf wird auch die Große wach. Kaum vorzustellen, zu Hause schlafen wir selten länger als 6 Uhr. Was aber vor allem am Schlaf der Kleinen liegt. Auf der Camper Reise schläft Bodo die Nacht über unten im großen (komfortablen) Bett mit ihr und ich mit der Großen oben im kleinen Bett. Ins Bett bringen wir die Kinder abwechselnd. Das funktioniert bisher sehr gut.
Ich kann das schon alleine
Die Große ist mit Beginn der Reise sehr viel selbstständiger geworden. Sie besteht darauf sich selbst für den Tag und für das Bett fertig zu machen. Und möchte auch alleine und ohne „Popo halten“, wie wir es auf dem Spielplatz nennen, also ohne unsere Sicherung die Leiter vom Bett runter klettern.
Auf zur ersten Wanderung
Wir frühstücken und fahren als ersten Stopp eine Tankstelle mit Toiletten- und Abwasserentsorgung an. Das Entleeren ist etwas spritzig, klappt aber gut und ist sogar kostenlos. Der Tag ist noch jung, also schauen wir, was für uns in der Region rund um Gröden an Wanderungen noch drin ist. Die Entscheidung fällt schnell auf den Naturerlebnispfad Pana Raida. Nicht weit entfernt, mit seinen 2,7 km Strecke vollkommen ausreichend als erste Wanderung. Hauptsache Bewegung und frische Luft. Das erste mal erklimmen wir mit unseren 6 m Länge und knapp 2,5 m Breite die engen Kehren, es geht rauf bis auf 1200 Höhenmeter. Wir wollen wissen, ob das Parken hier etwas kostet und erfahren von zwei Wanderinnen, dass wir im kostenfreien Bereich stehen und uns mit deutschem Kennzeichen keine Sorgen machen müssten ein Knöllchen zu bekommen. Sie behielten recht.
Wollen die Kinder überhaupt in die Kraxen?
Jetzt wird es ernst. Nun wird sich herausstellen, ob die Kinder überhaupt Bock auf das in-der-Kraxe-getragen-werden haben. Ob der Wanderurlaub, so wie wir ihn uns vorgestellt haben, überhaupt umsetzbar ist.
Es dauert eine knappe Stunde bis wir die Kraxen auf uns eingestellt, Proviant und Kleidung eingepackt und uns und die Kinder für die Wanderung angezogen und eingecremt haben. Die Kleine war auf dem Weg eingeschlafen und ist kurz vor dem Umlagern in die Kraxe wach geworden. Die Große freut sich auf die Kraxe und hat sogar konkrete Wünsche in welcher und von wem sie getragen werden möchte. In der Roten.
Die erste kleine Wanderung
Die Sicht auf Pferde, Kühe und einen großen Spielplatz wecken Entdeckerlust bei der Großen. Also los geht’s!
Die Kleine ist außer sich vor Freude, als sie die Tiere entdeckt. Erst Pferde und Ponys, dann Kühe. Laute Ausrufe, Kreischen und das Nachahmen von Tierlauten, dazu zeigt sie ganz wild mit dem Finger auf die Tiere. Sie will am liebsten ganz nah ran. Und genau das erlaubt der Pana Raida Erlebnispfad auch. Wir streicheln Pferd und Pony und kommen den Kühen sehr nahe. Zur Freude der Kleinen stehen sie stehen sie nicht nur über all auf der Weide, sondern Mitten auf dem Pfad. Wir passieren ein Schild, dass darauf aufmerksam macht, sich unauffällig und leise in der Nähe zu verhalten. Wir müssen lachen, denn wir können unsere freudig schreiende Tochter kaum besänftigen.
Wir passieren Station um Station, die Kinder, aber auch Erwachsene einladen, erlebt und bespielt zu werden. Balancier-Parcours, Wasserspielplatz, Baumhäuser und Brücken, Rutschen und Schaukeln, alles eins mit der Natur. Das Highlight der Großen: mit einer Gondel auf einer Seilbahn fahren und einen Bach auf Holzpflöcken überqueren.
Als wir den Rundweg beenden, gibt es eine kleine Snackpause, bei der die Kleine aus der Kraxe kommt und sich frei bewegen kann. Die Große freut sich auch, denn am Ende ist noch Zeit, auf die zwei Holzpferde und ihre wippenden Kutschen zu klettern, die wir zu Beginn des Rundweges hinter uns gelassen hatten. Und auch die zwei tollen Holz-Murmelbahnen müssen getestet werden. Hierfür kaufen wir an einem Automaten eine Holzmurmel für 2 €, die wir behalten dürfen. Die Kinder spielen noch etwas auf dem Spielplatz, bis wir den Rückweg zum Auto antreten.
Überraschung bei der Stellplatzsuche
Unser geliebter Stellplatz, oben auf dem Grödener Joch, ist inzwischen mit einer Schranke versehen und das Campieren verboten. Das Hotel, zu dem der Parkplatz gehört, hat Camper jahrelang dort übernachten lassen und wenige dafür kassiert. Mit der tollen Aussicht ins Tal, war das immer ein Geheimtipp.
Ein paar Kehren weiter unten werden wir fündig und stellen fest, dass wir nicht viel später als 19 Uhr hätten kommen dürfen, da der Parkplatz schon sehr voll ist. Es gibt direkt Abendbrot für die Kinder. Als sie im Bett sind, beginnt für uns der Abend. Das erste mal duschen im Camper, Caprese im Bett und schreiben für den Blog. Es wird spät. Licht aus um kurz vor 2.













