Norway by Bike – Tag 5: Höhbeck – Hitzacker (242 km)

Wir wachen auf, mit Blick auf eine weite Landschaft. Allerdings geht hinter unserem Zelt, getrennt durch ein paar Büsche, der Weg entlang. Gelegentlich hören wir Fußgänger, Jogger und Radler. An der Hauptstraße, die etwas entfernt, aber auch in Sichtweite ist, grasen Schafe, die wir auch ab und zu blöken hören. Der Platz war gestern ein schneller, kurzfristiger Fund und hat sich als sehr solide herausgestellt. Geschützt vor Sonne, Blicken, relativ ruhig, nicht zu fester Boden für die Heringe. Top.

Wir laden unsere Powerbanks in der Sonne und heute braucht die Toniebox Strom. Sie ist morgens, vor der Abfahrt leer gegangen und deshalb müssen wir sie jetzt während der Fahrt laden. Damit wir aber kein Kabel in den Anhänger legen, in dem sich die Kinder verfangen können, laden wir sie im „Kofferraum“ des Anhängers, also im hinteren Gepäckfach. Die Toniebox lässt sich nicht am Solarpanel laden, aber mittels Powerbank. Und so kommt die Box verkabelt ins Heck und lädt erstmal eine Weile. Auch wenn die Große die Box natürlich gerne nutzen würde.

Snacktime in der Sonne

Wir haben heute wieder eine weite Deichtour vor uns und die Sonne scheint. Wie immer schläft die Kleine am Anfang der Fahrt und als sie aufwacht, können wir noch ein Stückchen weiter fahren. Aber irgendwann kippt die Stimmung bei beiden und wir sind immer noch mitten auf dem Deich. Beide bekommen ein Quetschi und die restlichen Himbeeren, die vom letzten Einkauf noch übrig sind. Jetzt sind beide wieder glücklich. Leider mussten wir diese Pause aber in der prallen Sonne machen, weil es gerade keinen Schatten gab. So standen wir 15 Minuten in der brutzelnden Hitze. Lu cremt sich noch mal nach und dann geht es weiter.

Eis zur Vorspeise

Wir kommen an einem kleinen Freilichtmuseum für Archäologie an, dass gerade noch so geöffnet hat. Allerdings wollen wir nicht in das Museum, sondern Snacks und Getränke kaufen. Wir holen drei mal Eis und zwei kalte Limos am Koisk an der Kasse. 20 Minuten später schließt der Laden. Da waren wir mal noch rechtzeitig da. Nach dem Eis und den kalten Getränken machen wir unser spätes Mittagessen/Abendessen. Eine ungewöhnliche Reihenfolge, aber die war den Umständen geschuldet. Es gibt Spinat-Lachs-Pasta und Bolognese Spirelli. Das erste ist ein Trekking Essen, das zweite ein Instant Gericht aus dem Supermarkt. Dazu gibt es wie immer Obst: Weintrauben, Heidelbeeren, Apfel und Banane sind meistens im Angebot.

Wir hatten diesen Spot gefunden, weil Lu uns hier einen Spielplatz herausgesucht hat. Dass es hier einen Kiosk gibt, war ein weiterer Win. Deshalb sind wir hergekommen.

Während wir essen, kommt eine Gruppe Jugendlicher. Und die haben gemacht, was man halt so als Jugendlicher auf Spielplätzen macht. Rauchen und Trinken. Der Spielplatz ist aber groß genug, so dass unsere Kinder nach dem Essen ungestört weiterspielen konnten.

Ziellos ans Ziel

Ohne Ziel fahren wir zunächst weiter. Wir wissen nur, in welche Richtung wir weiter wollen. Unterwegs schauen wir immer wieder, ob wir auf Google Maps etwas finden, was uns als Schlafplatz dienen könnte. Wir finden eine rechteckige Wiese im Wald. Was wir auf Google Maps nicht gesehen haben, ist, dass es bis dahin sehr viel bergauf geht. Auch die Wiese ist eher in Hanglage. Aber weiter oben finden wir ein Plätzchen, das gerade genug ist, damit wir unser Zelt dort aufschlagen können. Hier sind heute wieder etwas mehr Mücken unterwegs, deshalb versuchen wir die Kinder schnell aus dem Anhänger ins Zelt zu bekommen. Das Lager ist bald aufgebaut und wir im Zelt. Die Kinder sind allerdings schon sehr müde und ihnen fällt das alles nicht mehr so leicht. Aber das ist unsere eigene Schuld. Das mit dem frühen Landen bekommen wir noch nicht so recht hin.

Als ich nachts nochmal aus dem Zelt gucke, sehe ich wieder ein wunderschönen, klaren Sternenhimmel. Ich liebe es, draußen zu schlafen.

Heutige Fahrbilanz: 47 km, 3:15 im Sattel


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