Es ist etwa 9:00 Uhr und die Sonne scheint so langsam auf unser Zelt, weil wir nicht genug Baumschatten bekommen. Deshalb beschließen wir, dass wir heute außerhalb des Zeltes frühstücken werden. Lu hat uns dafür einen Spielplatz in Wittenberge herausgesucht, den wir als erstes ansteuern werden. Die Kinder bekommen einen kleinen Snack, damit sie die Fahrt bis dahin verkraften. Etwas Obst und Laugenstange und alle sind happy.

Leider stellt sich heraus, dass der Spielplatz nicht sonderlich viel Schatten bietet. Wir finden entlang einer Mauer genug Platz, um uns mit unserer Plane für die Dauer des Frühstücks genug Schatten zu verschaffen. Bevor die große satt ist, will sie schon wieder spielen gehen, weil der Spielplatz sie lockt. Wir versuchen vergeblich, sie davon zu überzeugen, sich erst mal satt zu essen. Es geht hin und her zwischen Spielplatz und noch einem Löffel Schoko Porridge. Irgendwann sind auch wir Eltern mit dem Frühstück fertig, räumen ein und machen alles bereit für die Weiterfahrt. Dazu gehört: Früstücksplane abräumen, Kinder entsanden, wickeln, Kinder wieder in den Anhänger bekommen (klappt meistens recht einfach) und sicherstellen, dass nichts liegengeblieben ist.
Großeinkauf
Wir fahren nur ein kurzes Stück um einzukaufen. Lu und die Große gehen rein und die Kleine und ich bleiben draussen. Wir wissen unsere Zeit draußen zu nutzen. Die Kleine liest Bücher, klettert am Anhänger herum und läuft mit mir an den Händen umher. Ich verstelle meinen Fahrradständer, weil es immer so aussieht, als wenn mein Fahrrad gleich umkippt, wenn ich es abstelle. Es steht jetzt weniger geneigt, aber stabil sieht es immer noch nicht aus. Als Lu und die Große wiederkommen, gibt es erstmal Eis. Alle außer der Kleinen haben ein Eis und die Große möchte immer wieder von den anderen probieren, bietet ihr Eis aber auch jedem an.
Bevor es weitergeht, noch ein Stopp … und noch einer
Als die Einkäufen verstaut sind suchen wir noch eine Möglichkeit, unser Wasser aufzufüllen. In einem Restaurant, 100 m nach dem Einkauf bekommen wir alle Flaschen aufgefüllt. Wir sind immer noch nicht weit gekommen, da kommen wir an einem Fahrradladen vorbei. Ich brauche noch ein Werkzeug, um die Speichen vom Anhänger nachzuziehen. Das rechte Rad eiert nämlich mächtig. Ich habe zwar ein Werkzeug dabei, aber das passt nicht für die Speichen des Anhängers. Jetzt habe ich ein Universal Werkzeug und das passt. Fixen werde ich es aber später, jetzt wollen wir erstmal weiter. Wir haben schon so viele Kilometer mit dem krummen Rad gemacht, da fallen ein paar mehr nicht ins Gewicht.
Die wahrscheinlich längste Brücke der Welt
Heute liegt die Elbbrücke Wittenberge auf unserem Weg. Eine abenteuerliche Fahrt über eine 1030 m lange Eisenbahnbrücke, die einen Steg aus Holzplanken für Fußgänger entlang einer Seite hat. Radfahrer sollen absteigen. Das ignorieren wir geflissentlich, weil wir keine Menschenseele auf der Brücke sehen und wenn doch, dann steigen wir halt ab. Und tatsächlich sind kurz vor Ende zwei Leute, die einfach nur die Aussicht genießen. Sie freuen sich die Kleinen im Anhänger zu sehen und wir tippeln mit einem Beim auf dem Pedal und einem auf dem Boden an ihnen vorbei. Anders wäre es eng geworden. Beim überqueren der Brücke kommt es mir merkwürdig vor, dass so eine Stahlkonstruktion von Brücke nur einen Holzplankenboden für den Pöbel bekommt. Einige Planken wurden schon ersetzt, einige sehen schon etwas in die Jahre gekommen aus. Ich wiege mit meinem Gespann rund 200 kg, zwar auf vier Räder verteilt, aber dennoch: ich fahre tausend Meter auf Holz über eine Brücke, die über die Elbe geht!

Störchenhausen
Wir fahren irgendwann durch Wahrenberg und finden dort etliche Storchennester. Es stehen etliche Pfähle für die Nester herum, aber noch mehr sitzen auf den Dächern des Dorfes. Es soll über 20 Storchenhorste geben. Wir können sogar einen Storch klappern hören.
Wir fahren einen weiteren Spielplatz an, auf dem wir auch das Abendessen anrichten. Es gibt einen bunten Mix aus Ravioli, Dosenfisch und Babybrei. Die Kinder bekommen vor und nach dem Essen Zeit sich auszutoben und wir nutzen das Bad eines Restaurants, das in der Nähe ist, um schon mal es Sonnencreme abzuwaschen.
Schlafplatz beim Schafplatz

Die Suche nach einem Schlafplatz beginnt wieder und wir werden schnell fündig. Eine Wiese, nah am Hauptweg. Zum Aufbauen bekommen wir einen tollen Sonnenuntergang.
Mitten in der Nacht drückt die Blase und mich erwartet wieder ein fantastischer Sternehimmel.

Heutige Fahrbilanz: 50 km, 3,5 h im Sattel
Bilder des Tages






















