Tag 23/24 – Heimreise

Es liegen zwei reine Fahrtage vor uns. Am ersten Tag fahre ich von Sarnico am Iseosee bis zum Schlafplatz bei Reichertshofen, südlich von Ingolstadt, knapp 570 km und wir rollen gut 6,5 Stunden auf italienischen, österreichischen und deutschen Straßen. Am zweiten Fahrtag sind es dann nur noch 520 km und gut 5,5 Stunden. Ein Klacks. Zwischenzeitlich liegen die Nerven blank. Erst bei den Kindern und dann bei uns. Aber von vorne.

Tag 23

Joghurt Kur auf‘s Haus

Wir beginnen unseren Tag mit kalter Pizza, die wir vom gestrigen Restaurant Besuch über haben. Für die Kinder gibt es ein Joghurt Frühstück. Kurz vor Reiseende kann die Kleine nochmal richtig in die Vollen gehen. Wir setzen sie nur in Windel auf den Boden im Camper und lassen sie ihren Joghurt selber löffeln. So mag sie es am liebsten. Am Ende cremt sie sich damit auch noch die Beine ein. Im Familien Hotel haben wir sogar bezahlt, um mit Joghurt eingeschmiert zu werden. Hier gibt es das gratis.

Als wir alles für die Abfahrt bereit gemacht haben und den Mülleimer im Ort mit unseren Abfällen beschenkt haben, geht es auch schon los. Die Mitfahrer machen heute alle Mittagsschlaf. Erst schläft die Kleine ein und als dann die Große eingeschlafen ist, schläft auch Bodo für eine halbe Stunde ein. Wir machen ordentlich Kilometer und trainieren Sitzfleisch und immer mal wieder die Nerven.

Endlich raus

Gegen 16 Uhr mag keiner mehr sitzen und wir fahren im Stubaital bei Innsbruck von der Autobahn ab, um auf einem Rasthof mit einem McDonald’s zu halten. Allerdings liegt das auf der anderen Seite der Autobahn und wir werden in die entgegengesetzte Richtung auf die Autobahn direkt in einen Stau geleitet. Da haben wir nicht recht aufgepasst, aber wir ziehen das jetzt durch. Die Kleine möchte raus und weint kurz bevor wir es geschafft haben. Aber die Ausfahrt ist zum Glück nicht weit. Wir alle freuen uns über ein bisschen Bewegung, die Kleine läuft an der Hand und die Große tanzt und springt.

1:0 für Burger mit Pommes

Wir dürfen uns entscheiden zwischen einem österreichischem Gasthof und den Goldenen Bögen. Die Entscheidung fällt schnell und wir laden uns erst die deutsche dann die österreichische McDonald’s App runter, um von Rabatten profitieren zu können. Das klappt nur bedingt und raubt viel Zeit, weil sowohl WLAN als auch UMTS schleppen. Die Kinder haben großen Bewegungsdrang und halten uns gut auf Trapp. Bodo wickelt die Kinder und eine gefühlte Stunde nach dem wir ins Geschäft kamen, können wir unsere Bestellung aufgeben. Die Große freut sich über Burger, Pommes und Nuggets, aber am allermeisten wahrscheinlich über den McFlurry, den es sogar in „klein“ für nur 1 € gibt. Wir gönnen uns selbst den großen für 4€ und sind überrascht, denn die Menge ist nahezu identisch. Die Kleine ist im Hochstuhl glücklich und verputzt einen Nugget nach dem anderen, dazu Pommes. Wir staunen immer wieder, wie anders das heranführen an den „Familientisch“ beim zweiten Kind abläuft. Hinter unserem Platz laufen auf einem Bildschirm Werbevideos, die beide Kindern in ihren Bann ziehen. Die Große kommentiert und stellt allerhand Fragen zum Inhalt. Wir bestellen die McFlurrys erst, als wir mit dem Essen fertig sind. Die Kleine mag nicht warten. Sie möchte sich bewegen, aber nicht hier. Sie beschwert sich und Bodo geht mit ihr zum Camper. Dort ist sie glücklich und spielt vergnügt. Ich komme kurze Zeit später mit der Großen und unserem Nachtisch nach. Es ist schon recht spät und wir machen die Kinder schon mal bettfertig. Anschnallen und los geht’s

Letzter Stellplatz der Tour

Wir landen wieder auf dem Stellplatz in Reichertshofen, auf dem wir auch die zweite Nacht verbracht haben. Das erkennt die Große sofort, als wir ankommen. Die Kinder sind bis zur Ankunft wach geblieben und ganz schön erledigt. Das Bettfertigmachen ist daher sehr fordernd und Bodo muss seinem Ärger darüber zwischendurch draußen Luft machen. Als die Kinder schlafen, gibt es für uns noch ein letztes Mal Caprese im Camper.

Tag 24

Alleine mit dem Camper unterwegs

Am letzten Morgen geht Bodo nach dem Frühstück mit den Kindern den Spielplatz erkunden. Ich packe die Keile, die unter den vorderen Rädern liegen ein und fahre alleine los. Ein seltsames Gefühl. Der Plan ist es, dass ich zu einer nahegelegenen Toiletten- und Abwasser Entsorgungsstelle fahre, während die Kinder spielen. Bodo sendet mir Sprachnachrichten. Auf der ersten gibt er mir eine Anleitung, wie ich die Toilette leere, weil ich das bis jetzt noch nicht gemacht habe. Auf der zweiten gibt er durch, dass die Große genug vom Spielplatz hat. Als ich die Nachricht abhöre, drehe ich um und sammle alle ein. Etwa 1 km war ich alleine im Camper unterwegs. Aber der Plan geht nicht auf. Der Weg zur Entsorgungsstelle ist zu weit, die Große unzufrieden und die Kleine müde und zu allem Überfluss gibt es dort sehr viele Mücken. Darum fahren wir gemeinsam zur Entsorgungsstelle.

Kochen und klettern bei McDonald’s

Als alles entleert ist, machen wir uns auf zur letzten Etappe. Die Kleine schläft ein und als sie wieder aufwacht, fahren wir weiter bis sie wieder unruhig wird. Wir nehmen die nächste Rastmöglichkeit und landen auf einem McDonald’s Parkplatz. Denn hier gibt es bestimmt etwas zu klettern für die Kids. Wir kochen zwei Packungen gefüllte Nudeln mit Parmesan, die wir noch im Kühlschrank haben, hier auf dem McDonald’s Parkplatz. Während ich koche, geht Bodo mit den Kindern auf dem Indoor Spielplatz von McDonald’s spielen. Bodo übernimmt nach dem Essen Abwasch und Aufräumen und jetzt gehe ich mit den Kindern spielen. Vor der Abfahrt holen wir uns noch einen Erdbeer- (Lu) und einen Schokoschake (Bodo), den wir während der Fahrt trinken

Oma hilft

Schon am Morgen haben wir den Entschluss gefasst, meine Mama zu bitten, uns bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen, damit wir den Camper ausräumen und säubern können. Als wir dem Ziel näher kommen, geben wir ihr Bescheid, dass wir laut Navi um 17:50 Uhr zu Hause ankommen werden. Sie unterstützt uns sehr oft und wird auch heute dasein.

Schuldgefühle

Beide Kinder sind sehr müde und haben Schwierigkeiten in den Schlaf zu finden. Die Kleine kann seit eineinhalb Stunden nicht zur Ruhe kommen und fordert ständig etwas anderes von Bodo, der neben ihr sitzt. Sie protestiert lautstark. Und auch die Große kämpft regelrecht gegen den Schlaf an. Sie hat sich eine kleine Tasche, mit langem, dünnen Henkel umgehängt und ich bitte sie diese abzunehmen. Wir erklären ihr, dass es dabei um ihre Sicherheit geht, weil wir ihr bei der Fahrt nicht helfen können, wenn sie sich darin verfängt und dass es im Falle eines Unfalls zusätzlich gefährlich ist. Sie ist zu diesem Zeitpunkt aber schon sehr müde und für keine Kooperation offen. Wir fahren immer noch auf der Autobahn. Ich schimpfe mit ihr, obwohl ich das nicht möchte. Ich werde laut und reiße ihr die Tasche am Ende weg. Konträr zu dem wie wir in solchen Konflikten mit unseren Kindern umgehen wollen. Ich entschuldige mich bei meiner Tochter, aber wir müssen das beide erstmal verdauen und die Schuldgefühle bleiben. Die Nerven liegen blank, auch bei Bodo, der den Bedürfnissen der Kleinen nicht gerecht werden kann und dessen eigene Bedürfnisse nach Ruhe und Entscheidungsfreiheit, neben dem müden, fordernden Kind, untergehen.

Mit Schokobrötchen im Mund einschlafen

Der Großen fallen gerade die Augen zu und ich bitte Bodo mir das Croissant zu geben. Die Wortwahl hätte nicht schlechter sein können. Ich meine damit das croissantförmige Reisekissen, aber Tochter hört das auch und ihr scheint eingefallen zu sein, dass sie noch ein halbes Schoko Brötchen hat. Das will sie jetzt haben. Mir platzt fast die Hutschnur, aber für diese Diskussion habe ich keine Kraft. Also gebe ich meinem halbschlafendem Kind das Schokobrötchen. Sie kaut darauf einige Minuten rum und schläft dann mitten beim Essen ein.

Der Tank ist leer

Da aber der Tank fast leer ist und die Kleine jetzt nur noch schreit, machen wir einen Notstopp an einer Tankstelle, kurz vor Berlin. Wir tanken, Bodo kauft sich einen Schokoriegel als Nervennahrung und wir machen einen Fahrertausch. Noch auf der Tankstelle wird die Große wieder wach.

Die letzen Kilometer

Von hier fahren wir nur noch eine knappe Stunde. Die Kleine schläft neben mir ein und als wir zu Hause ankommen, ist meine Mama schon da. Auch die kleine wird wieder wach und wir können keins der Kinder schlafend umlagern, wie wir es uns gedacht hatten. Beide freuen sich sehr ihre Oma zu sehen und sind sofort im Spiel. Wir Räumen den Camper aus und machen ihn grob sauber, aber auch zu Hause wartet noch eine Überraschung auf uns …

Eiszeit im Hochsommer

Der Tiefkühlschrank war offenbar 3,5 Wochen nicht richtig geschlossen und wir sind noch bis 0 Uhr damit beschäftigt, ihn in Urzustand zu bringen. Zum Glück können wir das meiste irgendwie retten. Wie sich das wohl auf die Stromkosten auswirkt. Es gibt nochmal ein spätes Abendessen und anschließend baden wir die Kinder. Jeder begleitet ein Kind in den Schlaf und wir versuchen, so schnell es geht und so lange wir noch können, das Chaos in der Wohnung zu beseitigen. Aber irgendwann fallen wir erschöpft und müde ins Bett.


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