Tag 14 + 15 – Badeurlaub, jetzt wirklich

Lu geht heute früh direkt mit der Großen zur Rezeption und verlängert unseren Aufenthalt. Wir bleiben zwei weitere Nächte und freuen uns auf ein paar Tage entspanntes Planschen.

Alles einen Gang runtergeschaltet

Wenn das Auto nicht bewegt wird, kann vieles einfach bleiben, wie es ist und das spart Zeit und Nerven. Auf die Spitze getrieben: mit festen Wohnort, Kühl- und Tiefkühlschrank, fließend Wasser, etc., braucht man nicht jeden Tag jagen oder sammeln gehen und braucht nicht zur Quelle laufen oder Wasser schleppen, sondern kann arbeiten gehen, um sich das ganze leisten zu können. Warte, darauf wollte ich nicht hinaus.

Also, der Camper wird nicht bewegt und wir lassen die Markise, Tisch und Stühle einfach stehen. Lediglich das Hochbett im Camper muss jeden Tag auf- und zurückgebaut werden, damit wir uns uneingeschränkt bewegen können und uns nicht permanent die Birne anschlagen.

Wir können die Badewäsche draußen aufhängen. Anders ist es beim Duschen unterwegs. Da müssen die Handtücher nämlich abends dann irgendwo unter dem Hochbett aufhängen, weil wir draußen keine Möglichkeit haben. Unsere Stellplätze sind in der Regel öffentliche Parkplätze, ggf. mit Spielplatz in der Nähe, da bauen wir uns nicht so auf, wie auf dem Campingplatz.

Dadurch haben wir auf einem Campingplatz viel mehr Zeit für alles alltägliche und eben etwas mehr.

Plansch Time

Wir gehen früh an den Pool, wir kaufen uns das Mittagessen im Camping Platz Restaurant und bleiben bis kurz vor Pool Schließzeit im Wasser. Alles steht auf Baden. Die Kinder feiern es total. Die Große traut sich in immer tieferes Wasser und macht ihre ersten Schwimmübungen mit Lu, die Kleine planscht im Sitzen und im Stehen und übt immer wieder das Laufen, am Ufer und im Wasser – egal, wie tief es wird. Sie kennt keine Gefahr. Da sie immer an den Händen von einem von uns läuft, ist das noch ungefährlich, aber sie krabbelt auch in Untiefen und da muss man einfach nur schnell genug sein. Einer von uns ist immer dediziert für ein Kind zuständig. Davon haben wir ein paar mal gehört und das ergibt total Sinn. Die volle Aufmerksamkeit ist bei den Kindern, bzw. einem Kind. Nicht am Handy daddeln oder so.

Ungeteilte Aufmerksamkeit gelingt nicht immer zu 100 %, z.B. wenn ein anderes Kind plötzlich Spielsachen entführt, bzw. wegtreiben lässt. Oder wenn man mal auf beide Kinder aufpasst und man sich erst eine Position suchen muss, in der beide Kinder leicht im Auge zu behalten sind. Im Zweifelsfall, sichere ich mit einer Hand die Kleine, während ich z.B. ein anderes Kind bitte, die Spielsachen wieder zurückzulegen, wenn es sie nicht mehr nutzt. Aber dann spricht das Kind nur Holländisch oder Italienisch und ich muss doch selber tätig werden. Kleine auf den Arm, Große im Auge behalten, Spielsachen mit einem Chameleonauge einsammeln und wieder Platz nehmen.

Benny Hill Theme könnte in Dauerschleife laufen

Wir sind eigentlich die gesamte Poolzeit nur an einem Pool, dem Pool für Kleinkinder und Nichtschwimmer. Er hat eine Rutsche und Lu und ich sind beide ein paar mal gerutscht, die Große möchte nicht und die Kleine … na ja, die ist noch zu klein. Aber sie würde es womöglich gerne machen. Es gibt noch eine Mini Rutsche im flachen Teil des Wassers und die beiden lieben sie. Rauf, runter, rauf, runter. Die Große nutzt die Rutsche am liebsten rückwärts, also Rutsche hochklettern, Treppe runterlaufen und die Kleine läuft an Händen immer bis zur ersten Stufe, wird dann abgesetzt, klettert alleine hoch, rutscht dann wieder an den Händen runter und freut sich dabei riesig. Sucht mal nach „Benny Hill Theme“, dann könnt ihr euch eine Vorstellung machen, wie diese Rutsche bespielt wurde

Wir genießen die Zeit mit den Kindern. Etwas abschalten, den Kindern beim Spielen zusehen und ab und zu auch selber mal abtauchen. An einem Tag verbringt die Kleine den gesamten Mittagsschlaf auf meinem Bauch, während ich am Pool auf einer Liege liege und zwischendurch noch Mittagessen serviert bekomme, das Lu und vom Resto geholt hat. Das Leben könnte kaum schöner sein.

Entspannter, aber nicht stressfrei

Aber natürlich ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Eincremen geht mal besser, mal, schlechter, müde Kinder gibt es auch am Pool und wenn die Poolzeit zu Ende geht, ist es das gleiche, wie oft auf dem Spielplatz: zu früh.

Frühstück und Abendessen gab es weiterhin am Camper und da war auch schnell mal dicke Luft, weil die beiden gerade erst kennenlernen, wie es ist, sich so wenige Dinge und so wenig Raum zu teilen. Die Große hat ihre Home Base auf ihrem Kindersitz gefunden und zieht sich oft dort hin zurück, zum Lesen, Malen und Musikhören, aber die Kleine respektiert Räume noch nicht und will immer mit ihrer großen Schwester spielen, die das wiederum oft lautstark ablehnt. Die Kleine denkt, da beginnt das Spiel „wir sind jetzt laut“ und macht mit. Und hier schließt sich der Teufelskreis. So auch auf dem Campingplatz und das nicht nur im Camper.

Tipp: Sei am Pool

Je nach eigener Verfassung, ist es mal leichter, mal schwerer einfühlsam zu begleiten. Obendrein ist es echt heiß, die Sonne ist unerbittlich und das geht auch auf‘s Gemüt. Da hilft es wirklich nur am Pool zu sein. Da ist das Leben nur halb so schwer. Ein bedingt hilfreicher Tipp für den Alltag zu Hause, aber im Urlaub Gold wert.

Pro Tipp: Nachcremen

Wir sind leider etwas nachlässig, was das nachcremen betrifft. Sowohl bei uns, als auch bei den Kindern. Lu und ich haben Sonnenbrand auf dem Oberen Rücken und die Große hat auch vereinzelt leichte Rötungen von zu viel Sonne. Das ärgert uns und wir achten am zweiten Tag besser darauf. Aber Wandern mit Kraxe ist jetzt erstmal nicht mehr so leicht, mal ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Implikationen, vor allem für die Kinderhaut.

Drum prüfe, wer sich wo einen Stellplatz sucht

Direkt angrenzend an unseren Stellplatz ist der Spielplatz, auf dem auch sehr spät noch gespielt wird. Das ist Fluch und Segen zugleich. Die Große kann eigenständig dort hinlaufen und wir können uns gegenseitig sehen, wenn sie dort spielt. Nach zwei Tagen sagt sie, dass auf dem Spielplatz zu wenig sei, also zu wenig Spielmöglichkeiten, aber das ist OK. Für zwei Tage hat es gereicht.

Allerdings wird auf dem Spielplatz bis nach 22 Uhr gespielt, aber auch das ist eigentlich nur halb so schlimm. Die Bühne ist ebenfalls in der Nähe und an jedem der drei Abende, die wir da sind, läuft die gleiche Musi, zu der ein Animateur über das Mikrofon versucht, so oft es passt – oder auch nicht passt – das Wort „Lido“ einzubringen. Der Ort heißt Lido und der Campingplatz genauso. Am besten ist es, wenn der Malle Knaller „Mama Laudaaa“ läuft (und nicht etwa in der Kids Version). Der wird tagsüber am Pool gespielt und auch abends auf der Bühne, wenn dann Mama LIDO! drüber geblökt wird.

Wie oft ist eigentlich Malle?

In der Pool- und Bühnen Area, die direkt beisammen liegen, gibt es ein Dauerspaßprogramm mit akustischer Druckbetankung und einer kurzen Playlist, die 3-4 Mal am Tag läuft.

Unser Stellplatz war pool- und spielplatznah gewählt, also haben wir es uns selbst ausgesucht. Allerdings kann ja keiner ahnen, dass jeden Abend Malle ist. Ich dachte, Malle ist nur einmal im Jahr. Ole, Ole und Schalala.

Schön war’s gewesen

Aber wir wollen eigentlich unsere Elternzeitreise nicht nur als reinen Badeurlaub auf Campingplätzen verbringen, sondern viele verschiedene Dinge erleben. Es ist ein schöner Exkurs in eine andere Welt, aber morgen ziehen wir weiter.


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